BESW - Hufakademie

Hufpflege - Huftechnik - Hufbeschlag

Hufpflege als Beruf

 

Die Hufpflege arbeitet mit den Methoden der Barhufpflege und setzt Hufschuhe ein. Dabei löst Sie unter Einsatz von Raspel, Messer und Hufschneidezange die verschiedensten Hufprobleme, Sie begleitet oft die Umstellung zum Barhufpferd. Als Vertrauensperson vieler Pferdehalter haben Hufpfleger und Hufpflegerinnen intensiven Kundenkontakt und Umgang mit einer Vielzahl von Pferderassen, -haltungen und Reitweisen.


Hufprobleme werden gelöst: einige Beispiele:

Als Hufpfleger arbeitet man mit den Mitteln der Barhufpflege. Treten Probleme am Huf Auf, sucht der Hufpfleger nach Ursachen und findet Lösungen. Bei Fäulnisprozessen am Strahl führt er z.B: eine Strahlfäulebehandlung durch und empfiehlt dem Besitzer ein wirksames Pflegemittel. Auch gibt er Ratschläge zur Änderung der Haltung, damit es in Zukunft gar nicht mehr so weit kommt!

Hornspalten sind ein häufig anzutreffendes Problem. Hier gibt es viele mögliche Ursachen und entsprechend viele Behandlungsmethoden. Meist ist eine langwierige, konsequente Behandlung nötig. Auch bei diesem Hufproblem ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Besitzer grundlegend für den Erfolg. Kennt der Besitzer die Ursachen und Zusammenhänge, die zu dem Spalt geführt haben, versteht er die Maßnahmen und sieht deren notwendige Regelmäßigkeit ein.

Ein Schwerpunkt in der praktischen Ausbildung ist die Problemzone "Trachten und Eckstreben". In seiner täglichen Praxis ist der Hufpfleger immer wieder mit Fällen wie verkümmertem Strahl, eingerollten Trachten oder dem Trachtenzwanghuf konfrontiert. Dies alles können Folgen einer falschen Behandlung dieses Bereiches sein. Durch gezielte und regelmäßige Hufpflegemaßnahmen gelingt es dem Hufpfleger, den Trachten- und Eckstrebenbereich zu stärken, damit dieser seine ursprüngliche Funktion wahrnehmen kann.

Vor der Hufbearbeitung steht eine gründliche Bestandsaufnahme

 

Die Umstellung vom "Immer-mit-Eisen-beschlagen" Pferd zum guten Barhufgänger wird oft gewünscht, ist aber vielfach schwierig! Hier hat der Hufpfleger eine besondere Verantwortung. Die Umstellung erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl, sowohl vom Pferdebesitzer als auch vom Hufpfleger! Eine eingehende Berartung über die mögliche Folgen, über flankierende Maßnahmen z.B. bezüglich der Haltung sind hier besonders wichtig, um dem Pferd unnötige Schmerzen zu ersparen.

Manchmal kommt es vor, dass der Hufpfleger auch mit Grenzen seiner Arbeit konfrontiert wird. Mit Barhufpflege allein kommt er nicht immer zum gewünschten Ziel. Oft kann der Hufpfleger mit dem gezielten Einsatz von Hufschuhen einem übermäßigen Hornabrieb entgegenwirken. In anderen Fällen sucht er die Zusammenarbeit mit einem Huftechniker oder Hufschmied.

Viele Fälle verlangen nach einer Absprache und Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt, Tierheilpraktiker, Physiotherapeuten oder Osteopathen

Ein typisches Beispiel ist die Behandlung von Hufabszessen. Nicht selten trifft der Hufpfleger auch auf Fälle von Hufrollenerkrankung, die Röngtenbilder und weitere spezielle Untersuchungsmethoden erfordern. Gerade hier kann der Hufpfleger seine Fachkompetenz unter Beweis stellen und zusammen mit dem Tierarzt die für das Pferd beste Lösung finden. Diese kann z.B. in einer Stellungsveränderung bestehen.


Hufpflege mit Messer und Raspel und Nipper (Hufschneidezange)

In der praktischen Ausbildung erlernen Sie Schritt für Schritt die Maßnahmen, die nötig sind, um die Tragfläche des Hufes, die äußere Hornkapsel, den Strahl, die Eckstreben und die Sohle korrekt zu bearbeiten. In der täglichen Praxis wird das Erlernte umgesetzt. Bevor er die eigentliche Arbeit am Pferd beginnt, erfragt der Hufpfleger vom Pferdebesitzer einige Eckdaten, die seine Arbeit grundlegend beeinflussen. Denn Hufpflege beginnt nicht beim ersten Raspelstrich! Zu den Kriterien für die Hufpflege gehören z.B. das Alter des Pferdes, die Reithäufigkeit und bisherige Erkrankungen. Auch durch das Vorführen des Pferdes gewinnt der Hufpfleger wichtige Einsichten, z.B. über die Stellung der Gliedmaßen oder eventuelle Lahmheiten. Er strebt nicht nur die ausgewogene Stellung des Hufes an, sondern auch ein ausbalanciertes Laufverhalten des ganzen Pferdes.


Das Pferd muß in Schritt und Trab beurteilt werden

 

Bei der eigentlichen Tätigkeit am Barhuf steht das Pferd als Lauftier im Vordergrund - die korrekte Barhufpflege ermöglicht dem Pferd ein leichtes, schmerzfreies Laufen. Um dieses Ziel zu erreichen, steht dem Hufpfleger eine ganze Palette an Maßnahmen zur Verfügung. Beim Fohlen wird er z.B. versuchen, eine möglichst korrekte Stellung nach der Zehenachsentheorie zu erreichen - in diesem Alter sind deutliche Verbesserungen bei der Stellung noch möglich, je früher desto besser. Dagegen geht der Hufpfleger beim Barhufgehenden ausgewachsenen Pferd sehr viel vorsichtiger ans Werk - über Jahre manifestierte Abweichung vom Ideal wie z.B. bodenenge, zehenenge oder x-beinige Stellungen, können wenn überhaupt, nur selten langsam verbessert werden. Entscheidend ist die möglichst gleichmäßige Belastung der Gelenke. So entscheidet der Hufpfleger bei jedem Pferd neu, was zu tun ist!


Ein Beruf mit vielen Aspekten

Die Arbeit des Hufpflegers ist abwechslungsreich und bietet viele Möglichkeiten, Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen umzusetzen. Die Tätigkeit des Hufpflegers erfüllt damit Wünsche, die Menschen heute an eine moderne Beschäftigung stellen. Neben den Verdienstmöglichkeiten suchen sie Sinn in ihrer Tätigkeit. Diese soll auch den eigenen Bedürfnissen entsprechen.

Der Arbeitsplatz des Hufpflegers ist draußen - an der frischen Luft und im Stall. Viele wünschen sich heute, in der freien Natur arbeiten zu können, um schlechter Büroluft zu entgehen. Man lebt gesünder und naturverbundener. Die Arbeit achtet dabei auf eine schonende Arbeitshaltung am Pferd, um seinen Körper auf lange Sicht vor Schäden zu bewahren! Während der Ausbildung lernt er viele Möglichkeiten des Aufhaltens bzw. "Aufhaltenlassens" von Pferden, die ihm die Ausübung seiner Tätigkeit erleichtern.


Intensiver Kundenkontakt

Ein wichtiger Aspekt der Tätigkeit des Hufpflegers ist der Umgang mit den Menschen, den Pferdebesitzern also Über sie führt der Weg zu den Hufen der Pferde. Die meisten Pferdebesitzer sehen im Pferd ihren Freizeitpartner und sind deshalb an dessen Bedürfnissen stark interessiert - sie informieren sich, besuchen Seminare und lesen Fachbücher. Sie verlangen daher Tierärzte, Schmiede und Hufpfleger mit Fachkompetenz.

Der Hufpfleger lernt daher in der Ausbildung bei der BESW Hufakademie, seine Vorgehensweise zu erläutern. Er bespricht mit dem Kunden und, falls nötig, mit dem Tierarzt Probleme und gibt dem Besitzer Hinweise zur Verbesserung der Situation. "Stumm vor sich hinarbeiten" ist nicht mehr angesagt - das bedeutet immer wieder neue Herausforderungen an den Hufpfleger und eine bessere Grundlage für seine Arbeit.


Mit dem Hufmesser werden Sohle, Eckstreben, Trachten und Strahl bearbeitet

 

Mit einem Kunden, der etwas von der Sache versteht, kann er besser zusammenarbeiten. Ein gut informierter Kunde ist der beste Verbündete zum Wohle aller Beteiligten, vor allem des Pferdes! Er erkennt den Unterschied zwischen gut ausgebildeten Hufpflegern und solchen mit eher dubiosen Qualifikationen.

Mit der Raspel werden die Hufwände bearbeitet.

Beim Umgang mit dem Kunden benötigt der Hufpfleger psychologisches Feingefühl. Es gibt noch überholte Vorstellungen über Hufe und deren Pflege. Hier überzeugt der Hufpfleger mit Ruhe und Sachkenntnis und baut ein neues, pferdgerechtes Bild auf. Die telefonische Betreuung von Kunden ist ein wichtiges Kapitel. Meist stellt das Telefongespräch den ersten Kontakt mit dem Kunden her. Bereits hier kann man sehr viel für sein positives Image tun. Während der Ausbildung bei der BESW Hufakademie erhält man eine Menge Tipps für den Umgang mit dem Kunden. So wird z.B. das Kundengespräch im praktischen Unterricht simuliert. Während des Mitfahrpraktikums sind Sie dann live dabei!


Umgang mit Pferden - für viele ein Traum

Hufpfleger sind meistens selber Pferdebesitzer und haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Täglich haben sie Umgang mit anderen Pferden, lernen deren Eigenheiten und Vorzüge kennen, Langeweile kommt da keine auf. Diesen Tieren durch eine korrekte Hufpflege oder einen adäquanten Hufschutz zu helfen, ist das zentrale Ziel. Es hält die Motivation bei der Ausübung der Tätigkeit auf einem gleichbleibend hohen Niveau!

Der tägliche Umgang mit Pferden unterschiedlicher Natur in ganz verschiedenen Umfeldern bietet dem Hufpfleger ganz neue, vielfältige Erfahrungen. Es ist eine Herausforderung, auch dann pferdgerecht zu reagieren, wenn man unter Zeitdruck steht, schon einige schwierige Pferde bearbeitet hat und jetzt ein "Schaukelpferd" in Arbeit hat, das nicht ruhig stehen will! Doch genau hier zeigt sich der wahre Fachmann mit Gefühl für die Situation. Auch dieses Pferd verdient eine pferdegerechte Behandlung mit der nötigen Ruhe.

Wenn Sie sich für die Tätigkeit der Hufpflege entscheiden, entschließen Sie sich zu einer Arbeit mit Lebewesen und nicht mit Maschinen! Das ist eine reizvolle Herausforderung, die ab und zu ganz schön anstrengend ist. Für den Hufpfleger bedeutet das, dass er bei Notfällen bereit ist zu helfen - auch am Wochenende oder abends! Das Pferd und seine Bedürfnisse stehen immer im Mittelpunkt seiner Arbeit! Bei uns lernt der Hufpfleger daher keine Fließbandarbeit, sondern er erhält Tipps zur sorgfältigen Organisation seiner Tätigkeit und erlernt pferdgerechte unterschiedliche Arbeitstechniken, die sich auch in problematischen Fällen bewähren.